Arbeitsentwurf · Version 0.1 · Stand: 10. Mai 2026
Datenschutz-Folgenabschätzung
Oase — Patienten-Co-Creation-Werkzeug für eine Suchtreha-Klinik
Strukturiert nach Art. 35 DSGVO, WP248 (Art-29-Gruppe), DSK Muss-Liste v1.1 (17.10.2018), und gesundheitsdatenschutz.org- Praxishilfe Gesundheitswesen.
Hinweis: Dieses Dokument ist ein interner Arbeitsentwurf des Solo-Verantwortlichen. Vor Produktivnahme muss eine externe Datenschutzbeauftragte (DSB) den Inhalt prüfen, mit der zuständigen Aufsichtsbehörde (Hessischer Landesdatenschutzbeauftragter) abgestimmt werden, und Stellungnahmen von Patient:innen und Klinikleitung müssen eingeholt werden.
§ 0Metadaten der DSFA
| Name der Verarbeitung | Oase — Selbsthilfe-Werkzeug für Patient:innen einer Suchtreha-Klinik |
|---|---|
| Verantwortlicher (Art. 4 Nr. 7) | Gero Strauß (solo, natürliche Person, kein Beschäftigter) |
| Datenschutzbeauftragter | extern, noch zu beauftragen — TODO |
| Aufsichtsbehörde | Hessischer Landesdatenschutzbeauftragter (HLfD) — Prozio-Mitnutzung Brandenburg-LfDA möglich |
| Standort der Verarbeitung | EU (Frankfurt eu-central-1, EU-Cross-Region für KI) |
| Datum der Erstfassung | 10.05.2026 |
| Version | 0.1 (Arbeitsentwurf) |
| Geplante Reviews | Vor Produktivnahme, nach Pilot-Phase 60 Patient:innen, danach jährlich + bei wesentlichen Änderungen |
§ 1Systematische Beschreibung der Verarbeitungsvorgänge
1.1 Zweck der Verarbeitung
Oase ist ein freiwilliges Selbsthilfe-Werkzeug für Patient:innen einer Suchtreha-Klinik. Es ermöglicht:
- Pseudonyme Reflexion (Spiegel-Modus, KI-gestützt)
- Übersetzung in Leichte Sprache (KI-gestützt, für Klinik-Dokumente)
- Triage-Hinweise (Smart-Triage, KI-gestützt)
- 1:1- und Gruppen-Chat (Ende-zu-Ende-verschlüsselt)
- Voice-Notes (Ende-zu-Ende-verschlüsselt)
- Geteiltes Skyline-Spiel (kollaborativ, ohne Punktsystem)
- Lern-Anker (Curriculum + externe Verweise)
- Körper-Erneuerungszyklen-Visualisierung
- Lebenszeit-Visualisierung (opt-in)
- Tagesimpuls-Wegweiser
- Schreibkompass (eigenständiges Tool, lokal im Browser)
Oase ist kein medizinisches Werkzeug, keine Diagnose-Plattform, keine zertifizierte digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) nach § 139e SGB V. Die Nutzung ist freiwillig, ergänzt klinische Behandlung, ersetzt sie nicht.
1.2 Betroffene Personen
Patient:innen einer Suchtreha-Klinik in Hessen (Hauptzielgruppe: ca. 60 Personen im Pilot, Erweiterung möglich). Die Zielgruppe ist als besonders schutzbedürftig im Sinne von Art. 9 DSGVO + WP248 einzustufen aufgrund:
- Verarbeitung von Gesundheitsdaten (Suchtdiagnose impliziert)
- Akute oder erst kürzlich überstandene Suchterkrankung
- Mögliche akute psychische Krisen, Komorbiditäten
- Häufig: kognitive Erholungsphase mit reduzierter Konzentration / Arbeitsgedächtnis (PLOS ONE 2024)
- Häufig: prekäre Lebenslage (Bürgergeld, Schulden, Wohnsituation)
1.3 Verarbeitete Datenkategorien
Bewusst minimierte Datenerhebung, am unteren Ende des für die Funktion notwendigen Spektrums.
| Pseudonym | Patient-gewählt, 2–32 Zeichen, alphanumerisch |
|---|---|
| Auth-Email (synthetisch) | Pseudonym@patients.oase.local — kein realer Mailversand möglich |
| Passwort-Hash | Supabase-Standard (bcrypt-Variante) |
| Recovery-Email-Hash | SHA-256(email + salt), optional, Klartext nie gespeichert |
| Public Key | X25519 (libsodium crypto_box) für E2EE |
| Skyline-Block-Positionen | Patient legt Blöcke ab — pseudonyme Owner-ID + Pseudonym |
| Chat-Nachrichten (Text, Voice) | Ausschließlich verschlüsselt (libsodium crypto_box / crypto_secretbox), Klartext nie auf Server |
| Audit-Log-Einträge | Konto-Anlagen + Löschungen, ohne Inhaltsdaten |
Nicht erhoben: Klarnamen, Geburtsdatum, Adressen, Diagnose-Codes (ICD-10), Versichertennummern, IP-Adressen (außer flüchtig in Server-Logs für Sicherheits- Zwecke, max. 7 Tage).
Lokal auf dem Gerät: Privatschlüssel (libsodium), Lebenszeit-Modul-Daten (falls aktiviert) — diese verlassen das Gerät nicht.
1.4 Verarbeitungsvorgänge im Detail
Folgende Verarbeitungsschritte finden serverseitig statt:
- Anlegen Konto (Pseudonym + Passwort + optional Recovery-Email-Hash) bei Onboarding
- Authentifizierung bei Login (Supabase Auth)
- Speichern öffentlicher E2EE-Schlüssel im Profil
- Speichern verschlüsselter Chat-Nachrichten (Server kennt nur ciphertext)
- Speichern verschlüsselter Voice-Notes als Storage-Blobs
- Skyline-Block-Persistierung mit Realtime-Broadcast
- API-Aufruf an AWS Bedrock EU für Reflection / Leichte Sprache / Smart-Triage (Klartext-Eingabe wird übertragen, nicht persistiert serverseitig in Oase)
- Audit-Log-Einträge bei Konto-Aktionen
- Datenexport bei Anfrage nach Art. 15 / 20
- Konto-Löschung bei Anfrage nach Art. 17 (Cascade Delete + 30-Tage-Backup-Vorhaltefrist)
§ 2Berechtigte Interessen + Rechtsgrundlage
Verarbeitung von Art-9-Daten (besondere Kategorien) erfolgt ausschließlich auf Grundlage einer ausdrücklichen Einwilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO.
Die Einwilligung wird beim Onboarding eingeholt, ist modulgranular (Patient kann z. B. Reflection nutzen, Chat aber nicht), und jederzeit widerrufbar (Art. 7 Abs. 3 DSGVO).
Berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f) wird nicht als Rechtsgrundlage herangezogen — bei Art-9-Daten inakzeptabel.
Vertrag (Art. 6 Abs. 1 lit. b) wird ebenfalls nicht herangezogen — die App ist freiwillig, kein Pflichtbestandteil des Behandlungsvertrags.
§ 3Bewertung der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit
3.1 Notwendigkeit der Datenverarbeitung
Jede Datenverarbeitung wurde auf das Minimum reduziert, das für die jeweilige Funktion erforderlich ist:
- Pseudonym statt Klarname: Identifikation über Pseudonym reicht für Multi-User-Funktion. Klarname wäre identifizierender und damit risikoreicher.
- E2EE statt Server-Klartext: Chat-Inhalte bleiben verschlüsselt; Server kann sie nicht lesen, kann nicht weitergeben werden, sind im Datenexport für Patient:in ohnehin verschlüsselt sichtbar.
- Keine Reflection-Persistierung: Der sensibelste Inhaltstyp — freie Reflexion über das eigene Innere — wird nicht serverseitig gespeichert. Nur an Bedrock geschickt, dann verworfen. Anthropic Bedrock retentet nicht für Training.
- Lokale-Modelle-Modul (Lebenszeit):Geburtsdatum als hochsensibles Datum bleibt im LocalStorage.
3.2 Verhältnismäßigkeit
Vorteile für die Patient:innen:
- Niedrigschwellige Reflexionsmöglichkeit ohne Gespräch-Investment
- Sprachzugang zu Klinik-Dokumenten via Leichte-Sprache-Modul
- Peer-Verbindung über E2EE-Chat ohne Smartphone-Daten-Risiko
- Sinnstiftende Lern-Anker (Asset-Aufbau für nach Reha)
- Zellbiologisches Selbstverständnis (Körper-Modul)
Risiken (siehe Abschnitt 4 detaillierter):
- Datenleck bei Server-Kompromittierung (gemildert durch E2EE)
- Re-Identifikation aus Pseudonymen + Verhalten
- Bildschirm-Abhängigkeit / KI-Parasozialität
- Trigger-Risiko durch sichtbare Mortalitätsthematik (gemildert durch Lebenszeit-Opt-in)
Bewertung: Vorteile überwiegen, sofern die technischen und organisatorischen Maßnahmen aus Abschnitt 5 umgesetzt sind.
§ 4Risiken für Rechte und Freiheiten der Betroffenen
Risiko-Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit (gering / mittel / hoch) und Schadensschwere (gering / mittel / hoch / kritisch).
R1Datenleck durch Server-Kompromittierung
Wkt. gering · Schwere kritisch
Angreifer übernimmt Supabase-Backend oder AWS-Account und greift Daten ab.
MaßnahmeE2EE-Inhalte bleiben verschlüsselt. Pseudonyme + Pubkeys + Metadaten leaken. Service-Role-Schlüssel nur server-side. 2FA für Admin-Account. Audit-Logs.
R2Re-Identifikation aus Pseudonym + Verhalten
Wkt. mittel · Schwere hoch
Person aus Klinik-Kontext kennt Pseudonym oder kann es aus Verhalten/Schreibstil rekonstruieren.
MaßnahmePatient-Schulung beim Onboarding zu Pseudonym-Wahl (kein Klarname-Hinweis). Klare Kommunikation: keine sensiblen Identifikatoren in Pseudonym oder Skyline-Blöcken.
R3Schlüsselverlust bei Geräte-Wechsel
Wkt. hoch · Schwere mittel
Bei Geräte-Wechsel oder LocalStorage-Löschung verliert Patient:in Zugriff auf alte Chat-Nachrichten.
MaßnahmeKlare Kommunikation in der UI (Stufe-0-Hinweis). Migration auf Matrix/Megolm in Pass 9 geplant.
R4KI-Halluzination führt zu Fehlhandlung
Wkt. mittel · Schwere mittel
Patient verlässt sich auf Leichte-Sprache-Übersetzung oder Smart-Triage mit halluzinierten Inhalten.
MaßnahmeModul 3 KI-Führerschein (Halluzinationen erkennen) als Pflicht-Hinweis. Triage führt zu Module-Switch, nicht zu Diagnose. Leichte-Sprache-Disclaimer.
R5Parasoziale Bindung an KI
Wkt. mittel · Schwere hoch
Patient nutzt KI als Beziehungsersatz — Sucht-Pattern verlagert sich.
MaßnahmeModul 6 KI-Führerschein als Pflichtteil. Smart-Triage erkennt Krise und verweist auf Mensch (Klinik / Telefonseelsorge).
R6Trigger durch Mortalitäts-Visualisierung
Wkt. mittel · Schwere mittel
Lebenszeit-Modul löst depressive oder suizidale Gedanken aus.
MaßnahmeLebenszeit-Modul ist opt-in mit klarem Vor-Hinweis. Daten lokal (kein Server-Persist). Modul jederzeit ausschaltbar mit Daten-Löschung.
R7Drittlandtransfer durch AWS / Push-Provider
Wkt. gering · Schwere mittel
Daten gehen aus EU heraus durch FCM / APNs / oder verirrte AWS-Routings.
MaßnahmeBedrock ausschließlich über EU-Inference-Profile (eu.anthropic.*). Push aktuell nicht implementiert. Bei Implementierung: nur Trigger ohne Klartext.
R8Geräte-Diebstahl
Wkt. mittel · Schwere hoch
Smartphone/Laptop wird gestohlen, Privatschlüssel im LocalStorage zugänglich.
MaßnahmeStufe-0-Hinweis in UI. Nutzer:innen-Schulung: Geräte-Lock (PIN/FaceID) + selbständiges Logout vor Gerätewechsel. Pass-9-Migration auf passphrase-derived Keys.
R9Unbeabsichtigte Inhalts-Indizes (Sycophancy)
Wkt. mittel · Schwere mittel
Patient bittet KI um Bestätigung einer riskanten Entscheidung, KI bestätigt unkritisch.
MaßnahmeSonnet 4.5+ messbar bessere Sycophancy-Werte (Petri-Bench). System-Prompts erzwingen Crisis-Hinweise. Modul 6 erklärt Sycophancy.
R10Solo-Builder-Ausfall
Wkt. mittel · Schwere mittel
Verantwortlicher fällt durch Krankheit / Rückfall aus, App ohne Wartung.
MaßnahmeBus-Faktor-Plan in Vorbereitung: 2 Co-Maintainer-Patient:innen mit Repo-Read. Automatische Backups. Notabschaltprozedur dokumentiert. App ist explizit als jederzeit-abschaltbares Werkzeug positioniert, nicht als Dauerinfrastruktur.
§ 5Geplante Abhilfemaßnahmen (TOMs nach Art. 32)
5.1 Technische Maßnahmen
- End-to-End-Verschlüsselung für Chat (libsodium crypto_box, X25519+XSalsa20-Poly1305)
- Audio-Voice-Notes symmetrisch verschlüsselt (crypto_secretbox), Schlüssel per Empfänger asymmetrisch gewrappt
- TLS 1.3 in transit (Vercel / Supabase / AWS Default)
- Row-Level Security auf allen Patiententabellen (Supabase RLS)
- Storage RLS für Voice-Note-Blobs (path-based, room-membership-bound)
- Pseudonyme statt Klarnamen, salt-basiertes Email-Hashing
- Bedrock nur über EU-Inference-Profile
- Service-Role-Key nur server-side, niemals im Browser-Bundle
- Audit-Log für Konto-Aktionen (ohne Inhalte)
- Backups verschlüsselt at rest (Supabase Default + AWS S3 SSE)
5.2 Organisatorische Maßnahmen
- 2-Faktor-Authentifizierung für Verantwortlichen-Account (Supabase + AWS-IAM)
- Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (ROPA, separat)
- AVV mit allen Auftragsverarbeitern (Supabase Standard-DPA, AWS-DPA + EU-SCCs, Vercel-DPA)
- Externe DSB-Beauftragung geplant (TODO vor Produktivnahme)
- Datenschutz-Schulung für Klinikmitarbeiter, falls Joint-Controllership später aktiviert wird
- Inzident-Response-Plan (TODO)
- Bus-Faktor-Plan mit 2 Co-Maintainern
- Patient-Onboarding mit Datenschutz-Erklärung in Leichter Sprache (Pass 9)
5.3 Patient-Rechte (Art. 13–22 Umsetzung)
- Auskunft (Art. 15) + Datenübertragbarkeit (Art. 20): JSON-Export unter /einstellungen/export
- Berichtigung (Art. 16): Pseudonym + Recovery-Email änderbar (Pass 9 — derzeit über Re-Onboarding)
- Löschung (Art. 17): /einstellungen/loeschen mit Bestätigungsphrase + Cascade Delete
- Einschränkung (Art. 18): über modulgranulare Einwilligungs-Toggles (Pass 9)
- Widerspruch (Art. 21): durch Konto-Löschung umsetzbar; bei Art-9-Einwilligung Widerruf jederzeit
- Beschwerderecht: Hessischer Landesdatenschutzbeauftragter (Adresse in Datenschutzerklärung)
§ 6Stellungnahme der/des Datenschutzbeauftragten
TODO: Externe DSB ist noch zu beauftragen (z. B. exkulpa, datenschutzexperte.de, datenschutz-kanzlei.info — Empfehlung ~30–80 EUR/Monat). Die DSB-Stellungnahme wird hier nach Beauftragung und Review eingefügt.
Aufsichtsbehörden-Vorab-Konsultation nach Art. 36 DSGVO ist NICHT geplant, weil das Restrisiko nach Maßnahmen aus Abschnitt 5 als „nicht hoch" eingeschätzt wird. Sollte die DSB zu einer anderen Bewertung kommen, ist Vorab-Konsultation Pflicht.
§ 7Stellungnahme der Betroffenen (Art. 35 Abs. 9)
TODO: Vor Produktivnahme werden Patient-Vertretungen (Patientenrat der Klinik bzw. Selbsthilfegruppen-Sprecher:innen) konsultiert. Die Stellungnahme wird hier dokumentiert.
Vorab-Mitwirkung bereits im Konzept: Verantwortlicher ist selbst Patient der adressierten Zielgruppe. Co-Creation-Prinzip ist architektonisch verankert. Dies ersetzt jedoch die formale Stellungnahme nicht.
§ 8Erklärung über die Eignung der Maßnahmen
Auf Basis der Risikoanalyse in Abschnitt 4 und der Maßnahmen in Abschnitt 5 wird das Restrisiko für die Rechte und Freiheiten der Betroffenen wie folgt bewertet:
- R1, R7: gering — durch E2EE und EU-Inferenz weitgehend mitigiert
- R2, R3, R4, R5, R8: mittel — gemildert durch UI-Hinweise, Schulung, Modul 6
- R6, R9, R10: gering bis mittel — Opt-in / messbar verbesserte Modelle / Bus-Faktor-Plan
Restrisiko in Summe: nicht hoch im Sinne von Art. 35 Abs. 1 DSGVO. Eine Aufsichtsbehörden-Vorab-Konsultation nach Art. 36 wird nach derzeitigem Stand als nicht erforderlich eingeschätzt — vorbehaltlich abweichender DSB-Bewertung.
Die Verhältnismäßigkeit ist gegeben: Die Vorteile der App für die Zielgruppe (niedrigschwellige Reflexion, Peer-Verbindung, Asset-Aufbau, Selbstverständnis durch Körper-Modul) überwiegen gegenüber dem mit angemessenen Maßnahmen kontrollierten Risiko.
§ 9Anhänge
A.1 AVV-Liste (Auftragsverarbeiter)
| Supabase | Datenbank, Auth, Storage. Standard-DPA + EU-SCCs. Konzernmutter US, EU-Region Frankfurt. |
|---|---|
| Amazon Web Services | Bedrock-EU für Claude-Inferenz. AWS-DPA + EU-SCCs. EU-Cross-Region (Frankfurt/Irland/Paris). |
| Vercel | Hosting der Web-App. Vercel-DPA + EU-SCCs. EU-Region wählbar. |
| GitHub (Microsoft) | Source-Code-Hosting. Bewertung: keine Patientendaten in Repo. |
| Anthropic | Modellbetrieb. Aufgabe primär an AWS gebunden, Anthropic-Privacy-Center sekundär. Keine Patient-Daten-Persistierung. |
| Wikipedia (Wikimedia Foundation) | Bilder-Lookup für Körper-Modul. Anonyme Anfragen, keine Patient-Identifizierung möglich. |
| Sketchfab (Epic Games) | 3D-Anatomie-Embed. iframe-Lasten anonym. |
A.2 ROPA-Auszug (Verzeichnis Verarbeitungstätigkeiten)
Vollständig in separater ROPA-Mappe (Format nach Art. 30 DSGVO).
Auszug:
- Verantwortlicher: Gero Strauß, Anschrift im Impressum
- DSB: extern (TODO)
- Zwecke: siehe Abschnitt 1.1 dieser DSFA
- Datenkategorien: siehe Abschnitt 1.3
- Empfänger: AVV-Auftragsverarbeiter (siehe A.1) — keine Übermittlung an Dritte ohne Einwilligung
- Drittlandtransfers: AWS-EU-Cross-Region (innerhalb EU-Geo); Anthropic-Provider durch AWS-DPA geregelt; keine direkten Transfers nach US oder Drittländern
- Speicherdauer: Patientendaten bis Konto-Löschung; Audit-Logs max. 12 Monate; verschlüsselte Chat-Inhalte solange das Konto besteht
- TOMs: siehe Abschnitt 5
A.3 Risikomatrix
Visuell in separater Datei (Heatmap Likelihood × Severity). Zusammenfassung der zehn Risiken siehe Abschnitt 4.
A.4 DSK-Muss-Liste-Mapping
DSK-Muss-Liste v1.1 (17.10.2018), relevante Punkte für Oase:
- Punkt 1.1 (Telemedizin / digitale Gesundheitsanwendungen): erfüllt durch Reflection / Triage-Funktionen
- Punkt 1.2 (besondere Kategorien personenbezogener Daten / Art-9-Daten): erfüllt durch Suchterkrankungs-Kontext
- Punkt 1.6 (Verarbeitung mit neuen Technologien wie KI): erfüllt durch Bedrock-Claude-Integration
- Punkt 1.10 (besonders schutzbedürftige Personen): erfüllt durch Suchtreha-Patient:innen-Status
≥2 Punkte erfüllt → DSFA-Pflicht nach DSK-Muss-Liste eindeutig. Damit auch nach WP248-Schwellwertanalyse erfüllt (sensible Daten + vulnerable Personen + neue Technologie).